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"Männer in Kitas" in der Presse

Dienstag, 31. Mai 2011

Muster-Artikel von der Stange?

Eine von der Koordinationsstelle "Männer in Kitas" in Auftrag gegebene Medienanalyse ging der Frage nach, wie und in welchen Zusammenhängen das Thema „Männer in Kitas“ in der Medienberichterstattung in den letzten eineinhalb Jahren aufgegriffen wurde. Thomas Gesterkamp, der die Medienanalyse erstellt hat, verweist in seinem Bericht darauf, dass es einen langen Atem braucht, das Fachthema „Männer in Kitas“ mit all seinen Facetten in der Öffentlichkeit zu platzieren.

Männerdominierte Redaktionen, aber auch die Spielregeln des populären Mediendiskurses, der häufig auf Vereinfachung, Dramatisierung und Aktualitätsbezug setzt, führen immer wieder zu ähnlichen geschlechterstereotypisierenden Muster-Artikeln „von der Stange“: In der Regel werden ein Erzieher und seine Arbeit in der Kita vorgestellt. Der Erzieher ist dann ein richtiger Mann, ein guter Kumpel, außen hart und innen ganz weich, er ist stark wie ein Baum oder fährt ein schweres Motorrad, ist fürsorglich zu den Kindern, traut ihnen aber wilde Spiele und naturwissenschaftliche Experimente zu. Problematisch ist, dass das in den Medien gezeichnete Bild des starken Mannes im Kindergarten eine latente Abwertung der Kolleginnen enthält, die angeblich nicht so viel Vielfalt wie die Männer in ihrer Persönlichkeit vereinen (können).

Ein weiterer Aspekt der Medienanalyse betrifft die Person der Ministerin Kristina Schröder. Rund ein Zehntel der ausgewerteten Quellen – und ein Drittel der Quellen aus den Leitmedien – sind Porträts oder Interviews, die um ihre Person kreisen. Das Thema „Mehr Männer in Kitas" spielt in dem Kontext eine randständige Rolle, ist aber interessanterweise regelmäßig vertreten.

Thomas Gesterkamp empfiehlt allen, die das Thema „Männer in Kitas“ erfolgreich in den Redaktionen der Medien unterbringen wollen, auch mal „um die Ecke zu denken“. Hierfür ist es hilfreich Anknüpfungspunkte in der allgemeinen Medienberichterstattung zu suchen und zu nutzen. So wurde vor Jahren etwa der Start eines neuen James Bond Films zur Diskussion der Frage genutzt, „was heute noch männlich sei“. Ein körperlicher Zusammenbruch des Schauspielers und Vaters Brad Pitt bei Dreharbeiten diente dazu, das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus männlicher Perspektive aufzugreifen. 


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