Studierende an Hochschulen
Männeranteil an Studiengängen im Bereich der Elementarpädagogik an deutschen Hochschulen
Im Oktober 2010 führte die Koordinationsstelle "Männer in Kitas" eine Recherche zum Männeranteil in Studiengängen der Elementarpädagogik an deutschen Hochschulen durch. Nur gut acht Prozent der Studierenden sind männlich. Dies hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die Berufseinmündung der neuen Studiengänge noch unklar ist. Die Recherche zeigt aber erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Standorten.
Die Recherche
Insgesamt wurden 70 Hochschulen angeschrieben. Davon gaben bis Ende Oktober 33 Hochschulen eine Rückmeldung über die Anzahl der bei ihnen eingeschriebenen Studierenden und insbesondere der männlichen Studenten.
Insgesamt sind an diesen 33 deutschen Hochschulen 3900 Studierende eingeschrieben; 319 Studierende davon sind männlich. Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 8,2 %.
Einen überdurchschnittlich hohen Männeranteil haben vor allem Hochschulen in Norddeutschland, zudem die süddeutschen Großstädte Freiburg, Stuttgart und Nürnberg. Mit den Hochschulen Leipzig, KHS Berlin und Stendal sind auch Einrichtungen aus ostdeutschen Bundesländern vertreten. Den höchsten Anteil an männlichen Studierenden stellt mit 17,4 % die FHM Bielefeld, gefolgt von der Alanus Hochschule Alfter bei Bonn mit 16,7 %. Die niedrigsten Werte haben die Hochschule Esslingen mit 1,3% und die Hochschule Osnabrück mit 0%. Die Ergebnisse der Recherche fordern dazu auf genauer zu untersuchen, welche Gründe es für den höheren Männeranteil an manchen Hochschulen gibt und inwieweit diese Merkmale auf andere Hochschulen übertragbar sind.
Diskussion
In Diskussionen über den geringen Männeranteil in Kindertageseinrichtungen wird manchmal die Hoffnung geäußert, dass ein höheres Niveau der Ausbildung Männer möglicherweise eher ansprechen würde. Diese Vermutung wird bei Betrachtung des Bundesdurchschnitt zunächste einmal nicht bestätigt.
Berücksichtigt werden muss, dass die Berufseinmündung der teils sehr unterschiedlichen Studiengänge weitgehend ungeklärt ist – noch nicht einmal die Frage der staatlichen Anerkennung für eine Tätigkeit als Erzieher ist einheitlich geregelt. Auch ein höheres Gehalt ist nach einem BA-Abschluss zurzeit nicht immer zu erwarten. Da die Studiengänge im Moment oft keine klaren beruflichen und finanziellen Perspektiven bieten, sind sie möglicherweise gerade für Männer weniger attraktiv.
Für die Zukunft erhoffen wir uns jedoch eine deutliche Steigerung des Männeranteils in den Studiengängen der Elementarpädagogik. Hierfür ist es unter anderem erforderlich, klare Berufsperspektiven für die Absolventen der neuen Studiengänge zu entwickeln. Dies könnte die Studiengänge auch für Männer attraktiver machen. Gleichzeitig würde mehr Durchlässigkeit die Attraktivität des Berufs für Männer erhöhen.
Die Mitarbeiter/innen des Forschungsprojekts „Professionalisierung der frühpädagogischen Berufsrolle und Positionierung im Berufsfeld (PROPOS)“ am Institut für Hochschulforschung Wittenberg planen, das Geschlechterverhältnis in allen Studiengängen zu erheben.
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| Kontakt: Johannes Keil, Universität Halle-Wittenberg, An-Institut für Hochschulforschung
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Literatur
Deutsch- und englischsprachige Veröffentlichungen zum Thema Männer in der Elementarpädagogik.
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