Warum mehr Männer?
Warum mehr Männer?
www.männerinkitas.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=113&Itemid=88 | "Männer in Kitas - hereinholen, stärken, halten! Zum Wohl der Kinder und für den Geschlechterdialog." So lautete der Titel der 3. bundesweiten Fachtagung im 2011. Im Mediacenter der Website zur bundesweiten Fachtagung "Männer in Kitas" können Sie Clips zur Fachtagung 2011 sehen.
Bis vor nicht allzu langer Zeit war es selbstverständlich, dass Erziehung und Betreuung jüngerer Kinder eher in den Aufgabenbereich der Frau fielen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage berechtigt, warum Männer für Kinder in Kitas wichtig sind.
Das Ziel einer Steigerung des Anteils männlicher pädagogischer Fachkräfte in Kindertagesstätten wird in der Regel damit begründet, dass
- im Sinne der Gleichberechtigung eine Parität der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen wünschenswert ist;
- sich die Heterogenität der Kinder in der Heterogenität des pädagogischen Personals widerspiegeln sollte (wobei das Geschlecht nur einer von vielen Aspekten ist);
- männliche Erzieher im Arbeitsfeld Kindertagesstätten sehr erwünscht sind und mit ihnen die Hoffnung einer Erweiterung des pädagogischen Angebots verbunden wird;
- männliche Kollegen die Teamkultur in Kindertagesstätten positiv beeinflussen;
- männliche pädagogische Fachkräfte einen familiären Mangel an männlichen Bezugspersonen abfedern können;
- es sich nachteilig auf das Sozialverhalten sowie auf die Bildungschancen von Jungen auswirken kann, wenn ihnen männliche Bezugspersonen fehlen;
- eine Erhöhung des Männeranteils im Berufsfeld Kindertagesstätten zur Erweiterung des Berufswahlspektrums und der Handlungsspielräume von Männern beiträgt.
Die Debatte darüber, inwieweit Verhaltensprobleme und schlechte Leistungen von Jungen mit dem weitgehenden Fehlen männlicher Fachkräfte in Kitas und Grundschulen zusammenhängen, wird national und international schon lange geführt. Allerdings sind die ins Feld geführten Begründungen und Argumente zur Erklärung dieser Phänomene sehr unterschiedlich und im Fachdiskurs umstritten.
Die Ergebnisse der Bindungsforschung legen nahe, dass das Geschlecht der pädagogischen Bezugspersonen eine wichtige Bedeutung für die Bindungsqualität zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern hat. Allerdings liegen zur positiven Bedeutung von männlichen pädagogischen Fachkräften in Kitas keine empirischen Forschungsergebnisse vor, da sich die Bindungsforschung bisher nur mit weiblichen Fachkräften in Kitas beschäftigt hat.
Eine wichtige Aufgabe der Zukunft wird es daher sein, die bisher vorliegenden Erkenntnisse zum Thema "Männer in Kindertagesstätten" zu ergänzen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse können in die Weiterentwicklung von Praxisprojekten und –materialien zur Erhöhung des Männeranteils fließen.





